KI-News KW29: EU zwingt Google, Roboter-Streik bei Hyundai, Meta-Klage

Die KI-Woche vom 13. bis 19. Juli 2026 war ereignisreich: Die EU zwingt Google, Android für fremde KI-Assistenten zu öffnen. Mira Muratis Thinking Machines veröffentlicht das erste eigene Modell. OpenAI bringt Hardware. New York stoppt Rechenzentrumsbau. Und: Meta wird verklagt, weil KI über Entlassungen entschieden haben soll.

EU: Android muss für fremde KI-Assistenten öffnen

Die EU-Kommission hat rechtskräftige Maßnahmen nach dem Digital Markets Act erlassen. Google muss Android für konkurrierende KI-Assistenten wie ChatGPT oder Claude öffnen. Bisher genießt Googles Gemini auf Android-Geräten einen privilegierten Zugang. 60 % der EU-Nutzer nutzen Android — die EU fordert freie Wahl.

Mira Muratis Thinking Machines: erstes Modell „Inkling"

Muratis Start-up veröffentlicht Inkling als Open-Weight-Modell: 975 Milliarden Parameter (MoE, 41 Mrd. aktiv), trainiert mit 45 Billionen Tokens. Entwickler können es auf eigener Hardware betreiben. Positioniert als anpassbares Basismodell, nicht als Spitzenreiter.

OpenAIs erste Hardware: eine Tastatur

Die Codex Micro kostet 230 Dollar und hat sechs farbcodierte Tasten für Live-Feedback von bis zu sechs KI-Agenten. Weiss = idle, blau = denkt nach, grün = erledigt, orange = Eingreifen nötig, rot = Fehler. Ein Zeichen, dass OpenAI in den Hardware-Markt drängt.

New York: erster Rechenzentrums-Baustopp

Gouverneurin Hochul verhängt ein einjähriges Moratorium für Rechenzentren ab 50 Megawatt. Begründung: steigende Stromrechnungen, schwindende Wasserressourcen. Parallel plant TSMC US-Investitionen von 265 Milliarden Dollar. Die Spannung zwischen KI-Hunger und Ressourcen wächst.

Hyundai-Arbeiter streiken gegen Roboter

In Ulsan beginnen Tausende Hyundai-Arbeiter einen Teilstreik gegen den Einsatz von 25.000 Atlas-Robotern von Boston Dynamics. Die Gewerkschaft fordert Festlohn und Rentenerhöhung. Erste Werksschließung, die sich gegen humanoide Roboter richtet.

DeepSeek plant Börsengang

Bloomberg berichtet: DeepSeek arbeitet an einem IPO bis Ende 2026. Zweite Finanzierungsrunde mit angestrebter Bewertung von 71 Milliarden Dollar. Investoren: Tencent und CATL. Management sichert Open-Source-Strategie zu.

Grok Build lädt heimlich Git-Repos hoch

SpaceXAI veröffentlicht den Quellcode von Grok Build als Vertrauensmaßnahme, nachdem ein Sicherheitsforscher entdeckt hatte, dass das Tool komplette Git-Repositories unbemerkt hochlädt — selbst bei explizitem Verbot.

Trend der Woche: Meta-Klage — KI entscheidet über Entlassungen

26 ehemalige Mitarbeiter verklagen Meta. Die Klage behauptet, dass interne KI-Systeme (Metamate, AI-Token-Dashboards) Entlassungen von 8.000 Mitarbeitern mitbestimmten. Besonders brisant: Mitarbeiter auf Mutterschafts- oder Krankenurlaub fielen in der Bewertung ab, weil sie keine KI-Tokens verbrauchen konnten. Eine Wissenschaftlerin wurde zwei Tage vor der Geburt ihres Kindes zur Kündigung ausgewählt. Erste Klage dieser Art gegen einen US-Konzern.

Fazit

KW29 zeigt die wachsende Spannung zwischen KI-Euphorie und gesellschaftlichen Folgen: Die EU reguliert, Arbeiter wehren sich, und Gerichte müssen klären, ob KI über Menschen entscheiden darf. Die Frage ist nicht mehr, ob KI kommt — sondern wer sie kontrolliert.

Quellen: Ars Technica, Heise online, Bloomberg (Juli 2026). Verfügbar ab 18. Juli 2026 auf allen Podcast-Plattformen.